Herzlich willkommen in unserer Kirchengemeinde!

Gedanken zum Sonntag Judika (29. März 2020)

© Sylvia Unzeitig

Neugieriges Lämmchen bei Neckarhausen

Heute steht als Motto des Sonntags das „Lamm Gottes“ im Zentrum. Lämmer waren damals zu Jesu Zeiten beim Passahfest und auch heute zu Ostern ein beliebter Festschmaus.

Zart Besaitete mögen sich nicht vorstellen, dass die übermütigen jungen Dinger, die man jetzt auf der Weide beobachten kann, im Schlachthaus „verwertet“ werden.

Das Lamm ist ein uraltes Motiv, das schon im Alten Testament für Wehrlosigkeit und Verletzbarkeit steht: „Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird; und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer, tat er seinen Mund nicht auf“ (Das „Gottesknechtslied“ aus Jes 53,7).

Dieses Bild wurde schon früh auf Jesus übertragen, der durch seine Lebenshingabe am Kreuz Leben für alle Menschen ermöglichte. So interpretiert auch der Verfasser des Hebräerbriefs (heutiger Predigttext, 13, 12-14, GN) das Kreuzesgeschehen:

„So ist auch Jesus außerhalb der Stadt gestorben, um durch sein Blut das Volk von aller Schuld zu reinigen. Also lasst uns zu ihm vor das Lager hinausgehen und die Schande mit ihm teilen. Denn auf der Erde gibt es keine Stadt, in der wir bleiben können. Wir sind unterwegs zu der Stadt, die kommen wird.“

Wenn wir die archaische Vorstellung annehmen können, dass jemand – Christus – zu unserer Erlösung den Tod auf sich nimmt, dann sind wir auch dazu aufgerufen, seinem Weg zu folgen. Das Motiv des Lamms hat noch einen anderen Aspekt, nämlich den des Gehorsams, weil es sich führen lassen muss, um sein Leben zu retten bzw. zu erhalten. Der heutige moderne Mensch will sich nicht „führen“ lassen. Er will sein Leben selbst in die Hand nehmen und steuern. Bis jetzt ging das in unseren westlichen Gesellschaften auch ganz gut. Jetzt sehen wir, dass wir an eine Grenze kommen, wo wir uns einer höheren Macht überlassen müssen. Möge Gott uns dabei helfen, dieses todbringende Virus zu bekämpfen, möge er uns mit Weisheit, Klugheit, Kraft und Solidarität ausstatten, um die derzeitige Krise zu überwinden!

 

(Weitere Infos zum „Lamm“: www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/lamm-lamm-gottes/ch/25ee582543946e9fa085ed8ebf5feb54/)

 

Wochenspruch: Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele. (Matthäus 20, 28)

 

Wochenpsalm 43 (EG Nr. 724)  

Schaffe mir Recht, Gott, und führe meine Sache. Denn du bist der Gott meiner Stärke: Warum hast du mich verstoßen? Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich drängt? Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Woh­­nung, dass ich hineingehe zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott. Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

 

 

Gebet

Wir sind verzweifelt, dass wir so vieles nicht ändern können, nicht einmal uns selbst und ohnmächtige Wut verzehrt auch manchmal unser Vertrauen zu dir. Hilf unserem Unglauben, dass wir neu lernen zu vertrauen und den Mut nicht verlieren zu kämpfen!

Sei denen nahe, die in Quarantäne einsam und isoliert sind, schenke Trost und Hoffnung denen, die verzweifelt sind und ermögliche den an Corona Erkrankten rasche Genesung!

Mache deinen Geist stark bei Verantwortlichen in Politik und Kirche für ein besonnenes Vorgehen und kluges Handeln. Und deine Kraft mache groß in allen Helfenden in Krankenhäusern, in Notdiensten, Kirchen und der Seelsorge.

Wir vertrauen auf dich und deine nie endende Liebe und bitten:

Gott, erbarme dich!

 

                                                        Bleiben Sie behütet!

Ihre Pfarrerin Sylvia Unzeitig

 

 

 

Die Gemeindehäuser sind zu, aber unsere Kirche ist offen!

Jeden Tag zwischen 11 und 18 Uhr sind Sie in unsere Kirche zum persönlichen Gebet eingeladen!

Sie können die Ruhe genießen und zum Gebet eine Kerze entzünden.

Wenn die Glocken uns rufen, wollen wir uns als Gemeinde im Gebet sammeln und an alle denken, die unser Gebet brauchen.

Bleiben Sie behütet!

Ihre Pfarrerin Sylvia Unzeitig

Wegen der Corona-Epidemie entfallen die Gottesdienste und alle Veranstaltungen bis auf Weiteres.


Nicht alles ist abgesagt!

 

 

Die Sonne ist nicht abgesagt.

Der Frühling ist nicht abgesagt.

Beziehungen sind nicht abgesagt.

Liebe ist nicht abgesagt.

Lesen ist nicht abgesagt.

Zuwendung ist nicht abgesagt.

Musik ist nicht abgesagt.

Phantasie ist nicht abgesagt.

Freundlichkeit ist nicht abgesagt.

Gespräche sind nicht abgesagt.

Hoffnung ist nicht abgesagt.

Beten ist nicht abgesagt…

(Quelle unbekannt)

 

 

 

 

 

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