Wie lassen sich Tod und Sterben Kindern erklären

Liebe Eltern, liebe Erwachsene, die Kinder begleiten,
 
wenn sich in Ihrem Umfeld  ein Todesfall ereignet hat, stehen Sie vor der nicht leichten Aufgabe mit Ihrem Kind oder Ihren Kindern diese Nachricht zu verarbeiten.
Einige Hinweise sollen Ihnen helfen:
 

  • Kindergartenkinder haben noch keine „erwachsene“ Vorstellung von Tod. Sie verarbeiten die traurige Realität auf ihre eigene Art und machen sich ihre eigenen Gedanken und Bilder dazu. Was Tod und Tot-Sein bedeutet, erschließt sich erst mit zunehmenden Alter (das dauert etwa bis 12 Jahre).
  • Das bedeutet nicht, dass Sie das Geschehen beschönigen könnten. Sie helfen Ihrem Kind nicht, wenn Sie davon reden, dass jemand „nur weggegangen ist und nicht wieder kommt“, oder dass Verstorbene jetzt „schlafen“. Damit wecken Sie bei Ihrem Kind nur Ängste, dass es jederzeit damit rechnen muss, dass ihm Ähnliches zustößt („ich schlaf lieber nicht, damit ich nicht auch tot werde“). Verwenden Sie also bitte durchaus das Wort „gestorben“. Verzichten Sie aber bei tragischen Umständen auf eine genauere Beschreibung des Geschehenen.
  • Vergleichen Sie Ihre Trauer mit der Trauer, die Ihr Kind schon kennt („ich bin so traurig, wie Du, wenn Dein Lieblingskuscheltier verloren ist und sich nicht wieder finden lässt“) und erklären Sie Ihrem Kind, dass Traurig-Sein in so einem Fall völlig normal ist. Sicher werden bald auch wieder fröhlichere Momente kommen.
  • Seien Sie offen für Fragen Ihres Kindes, auch wenn die Ihnen vielleicht unpassend oder „pietätlos“ erscheinen („und wer erbt jetzt die Spielsachen?“), aber zwingen Sie Ihr Kind nicht zu Gesprächen. Vielleicht verarbeitet es den Tod im Spiel.
  • Antworten Sie ehrlich. Auch auf die Frage, ob Ihnen dasselbe zustoßen könnte. Niemand weiß, was der nächste Tag bringen wird, aber zum Glück sind Unfälle oder schwere Krankheiten selten. Kein Mensch hat eine Garantie auf ein endlos langes Leben, aber bei uns werden die meisten Menschen sehr alt.
  • Helfen Sie Ihrem Kind, mit der Situation umzugehen. Es hilft, etwas „tun“ zu können, ganz gleich, ob es ein Bild ist, das als Abschiedsgruß gemalt wird, eine Kerze, die Sie gemeinsam entzünden oder ob Sie miteinander einen Strauß zusammenstellen.
  • Nehmen Sie mit Ihrem Kind wenn möglich an der Trauerfeier teil. Gemeinsam Abschied zu nehmen gibt Trost und Halt. Auch Kindern! Sie können Ihr Kind nicht vor der Begegnung mit dem Tod schützen, denn der Tod gehört zum Leben dazu.
    Sie „ersparen“ Ihrem Kind nichts, wenn Sie die Trauerfeier ausklammern, denn dabei kann es erfahren, wie Menschen in der Trauer zusammenstehen und Schmerz gemeinsam bewältigen. Wahrscheinlich ist Ihr Kind schon längst mit dem Tod im Fernsehen konfrontiert worden. Diese künstliche Wirklichkeit ist aber keine Hilfe, angemessen mit dem Sterben nahestehender Menschen umzugehen.

Als Christen vertrauen wir darauf, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern der Beginn eines neuen Lebens bei Gott.  Wie dieses neue Leben aussehen wird, können wir uns noch nicht wirklich vorstellen. Wir vertrauen aber darauf, dass alle Verstorbenen bei Gott in guten Händen sind, dass sie bei ihm Liebe und Geborgenheit erleben, auch wenn es uns schmerzt, dass wir sie nicht mehr bei uns haben.