Konzeption von Kinder entdecken Kirche

Zeitrahmen:

KeK findet während der dritten Klasse statt
KeK umfasst ein halbes Jahr und beginnt nach den Weihnachtsferien. Pro Monat wird ein Samstagnachmittag (14 bis 17 Uhr) angeboten.

Die Kinder werden in einem Gottesdienst, in dem sie selbst mitwirken, der Gemeinde vorgestellt. Den Abschluss bildet wieder ein Gottesdienst, der, wenn möglich, mit dem Gemeindefest verbunden ist.

Teilnehmende:

Eingeladen werden alle Kinder, die sich später taufen oder konfirmieren lassen wollen. Angeschrieben werden alle, die am Religionsunterricht der dritten Klasse teilnehmen.

Es wird darauf hingewiesen, dass KeK die erste Stufe der Konfirmationsvorbereitung darstellt. Die Teilnehmenden werden verbindlich von den Eltern angemeldet und bei Verhinderung entschuldigt.

Mitarbeitende:

Die Eltern des jeweiligen Jahrgangs werden um Mitarbeit gebeten. Alle, die dazu bereit sind, treffen sich im Team mit der Pfarrerin/dem Pfarrer und bereiten jeweils den nächsten Termin vor. Dabei ist Gelegenheit, sich über die zu behandelnden Themen auszutauschen, Probleme anzusprechen und eigene Ideen einzubringen.

KeK leistet so einen Beitrag zur Erwachsenenbildung, da die Eltern sich in der Vorbereitung mit ihrem eigenen Glauben und ihrem Verhältnis zur Kirche auseinander-setzen. Für „Außenstehendere“ eine Chance, zeitlich klar befristet, in diesen Bereich „hineinzuschnuppern“.

Eltern, die nicht so intensiv mitarbeiten wollen, können sich beteiligen, indem sie an einem der KeK-Nachmittage Vesper und Getränke beisteuern.

Wünschenswert wäre die Mitarbeit von Jugendlichen, die im Anschluss an KeK eine Jungschar anbieten, um eine Brücke zum KU in der achten Klasse zu schlagen.

Inhalte:

Die KeK-Kinder bereiten die Gottesdienste, in denen sie mitwirken, selbst vor (Erarbeiten eigener Beiträge, Gebete, Liedbeiträge u. ä.). Dies betrifft sowohl die Vorstellung vor der Gemeinde (nach dem ersten Termin), als auch den Abschluss (nach dem letzten Termin).

Sie lernen die Kirche gut kennen (Kirchenraum, liturgische Gegenstände, wie Talar, Abendmahlsgerät o. ä., Orgel, Turm), begegnen Mitarbeiter/innen (Pfarrer/in, Mesnerin, Chorleiterin, Mitglied der Gitarrengruppe, Organist/in, evtl. Jugendmitarbeiter/innen), und konstituieren sich als eigene Gruppe („wir von KeK“).

Taufe und Abendmahl bilden je einen Schwerpunkt. Dabei besteht die Möglichkeit, noch nicht Getaufte zu taufen und den Taufgottesdienst mit den Kindern zu gestalten.

Nach einer altersgerechten, ausführlichen Auseinandersetzung  mit dem Abendmahl (u. a. gemeinsames Brotbacken) wird es in der Gruppe miteinander gefeiert. Die Kinder wissen dann auch, dass sie beim Abendmahl der Gemeinde willkommen sind.

Einen Nachmittag lang beschäftigt sich die Gruppe mit einer biblischen Geschichte und setzt sie kreativ um. Das Ergebnis dieses Nachmittags kann dann im Abschluss-gottesdienst eingebracht  und den Eltern vorgestellt werden.

Drei Termine (Kirchenbesichtigung, Taufe und biblisches Thema) finden gemeinsam mit den Kommunionskindern der katholischen Ortsgemeinde statt. Die Eltern der Kommunionskinder bereiten sich im Team mit den KeK-Eltern auf die jeweiligen Nachmittage vor. Auf die Besonderheiten der jeweiligen Konfession wird hingewiesen, aber das Gemeinsame und Verbindende steht im Mittelpunkt. Ausdrücklich werden die evangelischen Kinder zur Feier der Erstkommunion und die katholischen Kinder zur Abschlussfeier von KeK eingeladen.

Arbeitsformen:

Im Mittelpunkt steht das eigene Tun und Erleben der Kinder. Plenumsrunden, etwa zur Einführung neuer Themen, wechseln mit Arbeitsgruppen, die immer wieder neu zusammengestellt werden. Die Arbeitsgruppen werden begleitet und angeleitet von Eltern. Sie sind die primär Vermittelnden von Geschichten und Inhalten. An ihren Fähigkeiten und Ideen orientiert sich das Bastelangebot und die musikalische Gestaltung. Spiele in der Kleingruppe und mit der gesamten Gruppe tragen dem Bewegungsdrang der Kinder Rechnung.

Den liturgisch gestalteten Abschluss des jeweiligen Nachmittags bildet der gemeinsame Schlusskreis mit einer brennenden Kerze, die mit guten Wünschen füreinander weitergegeben wird.

Ziele:

Das Ziel  von KeK  ist die  Beheimatung der Kinder in ihrer Kirchengemeinde. Sie sollen Kirche entdecken als einen Ort der Geborgenheit, an dem sie angenommen sind, wie  sie  sind, und als  eine Gemeinschaft von Personen mit unterschiedlichen Interessen und Gaben. Im eigenen Gestalten von Gottesdiensten und der Feier der Sakramente sollen sie vertraut werden mit den Formen geistlichen Lebens in der Gemeinde.

Durch das Engagement der Eltern soll deutlich werden, dass Glaube nicht allein Sache von „Profis“ ist, dass auch vertraute Menschen etwas dazu zu sagen haben.

KeK soll so das (emotionale)  Fundament legen für den KU in Klasse acht, der eher kognitiv angelegt ist.

KeK ist ein wichtiger, aber nicht der einzige, Bestandteil der kirchlichen Arbeit mit Kindern. Angebote für jüngere Kinder sind Spielgruppen und die Gottesdienste für kleine Leute.

KeK ergänzt das Angebot der Kinderkirche, ersetzt es aber nicht. Durch den verpflichtenden Charakter werden auch Kinder erreicht, die nicht am Kindergottesdienst teilnehmen.

Erforderlich wäre ein anschließendes Jungscharangebot als „Brücke“ zum KU, um die Bindung an die Gemeinde zu erhalten und zu vertiefen.

Probleme:

Ein grundsätzliches Problem ist die Frage der Verbindlichkeit von KeK. Es gibt keine Möglichkeit die Nicht-Teilnahme zu „sanktionieren“. Dieses Problem löst sich ein Stück weit indem KeK vor Ort „zur Tradition“  wird und es „dazugehört“ dabeizusein und indem die Kinder es als so attraktiv erleben, dass die Teilnahme erstrebenswert erscheint. Dies überträgt sich dann auch auf die folgenden Jahrgänge.

Von Eltern wird immer wieder der Zeitpunkt in Frage gestellt. Allerdings sind die Kinder dieser Altersstufe zeitlich bereits so belastet, dass unter der Woche kein gemeinsamer Termin zu finden ist. Die Einschränkung des familiären Wochenendes relativiert sich angesichts der Zahl von nur sechs Samstagen.

Chancen:

KeK bietet den Kindern positiv besetzte Erfahrungen mit Kirche und Glaube. Eindrücke, die trotz der wenigen Einheiten bleiben. Mit diesem Angebot werden tatsächlich Kinder erreicht, die sonst vor der Konfirmation kaum einmal mit Kirche in Berührung gekommen wären (abgesehen vom Religionsunterricht).

Der Kontakt zu den Eltern ermöglicht einen Bezug zu einer Altersgruppe die sich wenig von kirchlichen Angeboten ansprechen lassen. Sie haben die Chance, sich - ohne weitere Verpflichtungen einzugehen – mal wieder mit Glaubensfragen auseinanderzusetzen und in die Gemeinde „hineinzuschnuppern“. Dies wird auch von „Kirchenfernen“ angenommen. Sie erleben dabei, dass Kirche auch ihnen „etwas zu bieten hat“.

KeK kann dazu beitragen, dass Kinder im Leben der Gemeinde einen hohen Stellenwert bekommen und als Gemeindeglieder ernst genommen werden.